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Themen zur Tierernährung Fachtagung 2017/2018 Entwicklung antimikrobieller Resistenzen bei Nutztieren - was kann die Tierernährung leisten? Prof. Dr. Jürgen Zentek, Eva-Marina Saliu Institut für Tierernährung, Freie Universität Berlin Einleitung Antibiotikaresistenzen stellen eine der großen Herausforderungen dar, denen sich die Tierhaltung ausgesetzt sieht. Die Resistenz gegenüber antibiotischen Stoffen ist dabei allerdings kein neues Phänomen, da fossile Funde zeigen, dass es bereits lange vor der Entwicklung von Antibiotika zu der Ausbildung von Resistenzen gegen selbige bei Mikroorganismen gekommen ist (Barlow and Hall, 2002; Bhullar et al., 2012; D'Costa et al., 2011; Zhang et al., 2013). Dieses ist insofern interessant, als damit klar wird, dass ihr Auftreten zum Inventar der intestinalen bakteriellen Mikrobiota, der Gesamtheit der im Darm lebenden Bakterien, gehört. Jedoch konnten in der modernen Zeit eine Beschleunigung und eine Erweiterung dieser Resistenzen beobachtet werden (Dierikx et al., 2013; Gniadkowski, 2001, 2008; Perry and Wright, 2014). Die Frage, in welchem Umfang Resistenzen auftreten und welche Faktoren aus der Tierhaltung das Auftreten von Resistenzgenen bzw. deren Verbreitung fördern kann, ist somit sehr relevant und aktuell. Eine wesentliche Fragestellung ist, inwieweit die Futtermittelindustrie die Entstehung von Antibiotikaresistenzen beeinflussen kann. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Quellen, welche die Problematik des Auftretens von resistenten Bakterien darstellen. Daraus leitet sich die Forderung ab, Antibiotika in der Tierhaltung weitgehend zu reduzieren, insbesondere auch, auf die sogenannten Reserveantibiotika möglichst zu verzichten, die für die Behandlung schwerer Infektionen beim Menschen essentiell sind (Tang et al., 2017). Die Entwicklung von Alternativen zu Antibiotika und zur Verbesserung der Tiergesundheit ist eine Forderung, die der Futtermittelindustrie spätestens seit dem Verbot der antibiotischen Leistungsförderer nicht neu ist. Klar ist aber auch, dass in der Tierhaltung stets mit dem Auftreten von bakteriell bedingten Erkrankungen zu rechnen ist, die auch aus Tierschutzgründen eine Anwendung von Antibiotika erfordern. Die Verantwortung zur Reduktion der Resistenzproblematik ist mittlerweile klar formuliert und auch in der © COPYRIGHT DEUTSCHE VILOMIX TIERERNÄHRUNG GMBH www.vilomix.de Telefon: 0 54 93 / 98 7 00 Telefax: 0 54 93 / 98 7 90 SEITE 1 VON 10 E-Mail: info@vilomix.de
