Themen zur Tierernährung Fachtagung 2015/2016 • die kumulative Wirkung zahlreicher Einzelmaßnahmen für die landwirtschaftlichen Betriebe unterschätzt und damit deren Wettbewerbsfähigkeit geschwächt wird, wie z.B. die Einhaltung des Fachrechts und zusätzlich die vorgeschlagene Pflanzen- schutzmittelbesteuerung. Die Frage ist dabei, wozu bedarf es noch einer PSM-Steuer, wenn doch in der EU die weltweit strengsten Prüfungs- und Zulassungsverfahren gelten, die Pflicht zum Sachkundenachweis sowie die Einhaltung des Fachrechts mit guter fach- licher Praxis eine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt ausschließen und diese Stan- dards auch ihre Wirkung zeigen? Muss nicht bei diesen Standards angesetzt werden, um Fehlverhalten zu vermeiden, bevor eine Steuer auch jene bestraft, die sich an die Regeln halten? Im Übrigen geht es um eine Risikoreduzierung und nicht um eine reine Mengen- reduzierung, die aus folgenden Gründen kritisch zu sehen wäre: •• Größere Ertragsschwankungen • Abwanderung der Produktion ins • Zunahme der N-Überschüsse Ausland (vgl. Tabelle 2) • Mehr illegale PSM-Importe • Mehr Importe, weniger Exporte • Qualitätsminderung pflanzlicher (ebenda) Produkte • Diskriminierung konventioneller • Gesundheitsgefahren durch Betriebe hochtoxische Mykotoxine • Mehreinsatz steuerlich gering belasteter PSM • Resistenzbildung bei weniger Wirkstoffen • durch nationale Alleingänge Marktanteile verloren gehen (z.B. frühzeitiges Verbot der Käfighaltung oder auch infolge des vom Wissenschaftlichen Beirat empfohlenen Umbaus der Tierhaltung, wo er selbst mit Zusatzkosten von 3 bis 5 Milliarden Euro pro Jahr für die deutschen Landwirte rechnet und von Produktionsrückgängen für Schweinefleisch von 20% bis 37% und für Rindfleisch, Geflügel und Eier zwischen 8% und 13% bei einem deutschen Alleingang ausgeht. • an falschen Bemessungsgrundlagen angesetzt wird und dadurch marginale Umweltverbesserungen mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten erkauft werden (z.B. Schließung der Eiweißlücke in der EU zur Rettung des Regenwaldes). Zu rechnen wäre mit hohen Exporteinbrüchen in Deutschland bei Fleisch-, Milch- und Getreideprodukten (vgl. Tabelle 3) und jährlich etwa 10 Milliarden Euro an Wohlfahrtsverlusten. Dabei könnte man mit Maßnahmen vor Ort (z.B. brasilianisches Schutzprogramm für den Regenwald) sehr viel mehr erreichen, trotz zunehmender Sojaflächen und wachsender Rinderherden, ohne den Futtermittelhandel mit Europa zu beschränken. © COPYRIGHT DEUTSCHE VILOMIX TIERERNÄHRUNG GMBH www.vilomix.de Telefon: 0 54 93 / 98 7 00 Telefax: 0 54 93 / 98 7 90 SEITE 3 VON 14 E-Mail: info@vilomix.de
Download PDF file